• Doula Anita

Schwangerschafts- und Geburtsbericht meines ersten Kindes


Heute möchte ich dir meine Erlebnisse während der Schwangerschaft und Geburt meines ersten Kindes erzählen.

Ich möchte dich vorwarnen, weil sowohl Komplikationen in der Schwangerschaft, als auch Gewalt unter der Geburt vorkommen.

Die Schwangerschaft verlief bis zur 31. Woche komplikationslos. Das Baby war laut Arzt kerngesund und sollte ein Junge werden. In der 31. bin ich für den dritten Ultraschall zu meinem Frauenarzt.

Doch zum Ultraschall sollte es nicht kommen. Bei der routinemäßigen vaginalen Untersuchung, stellte sich heraus, dass mein Gebärmutterhals nur noch bei 1,56 cm lag. Ein Abstrich lieferte eine Woche später die Gewissheit, dass eine Staphylokokken Infektion die Ursache war.

Seit dieser Untersuchung durfte ich nur noch liegen und sollte Magnesium nehmen. Der Gebärmutterhals verkürzte sich leider weiter, sodass ich die Lungenreifespritzen bekam und in der 32. SSW stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden musste. Dort lag ich auch nur im Bett und bekam Progesteron. Nach drei Tagen wurde ich wieder entlassen, weil mein Gebärmutterhals stabil bei 1,2 cm war. Zuhause musste ich natürlich weiterhin ausschließlich liegen.

Mein Gebärmutterhals verkürzte sich weiter, bis mir schließlich bei 34+2, also in der 35. Schwangerschaftswoche, die Fruchtblase platzte. Wann genau sie platzte kann ich nicht genau sagen. Als ich morgens um 09:30 Uhr zur Toilette gehen wollte lief das Fruchtwasser in einem großen Schwall ab.

Ich habe meinen Mann informiert und bin heiß duschen gegangen. Wir haben dann noch ein paar organisatorische Dinge erledigt und sind dann gegen 11 Uhr mit regelmäßigen, schmerzhaften Wehen in die Klinik aufgebrochen.

Dort wurde ich an ein CTG angeschlossen und vaginal untersucht. Anschließend wurde mir ohne mich zu informieren oder zu fragen gewaltsam mein Muttermund gedehnt – ohne Erfolg. Er blieb bei etwa einem Zentimeter.

Das CTG, welches ich sehr bewegungseingeschränkt für 45 Minuten im Liegen aushalten musste wurde anschließend von einer sehr unangenehmen und fast schon traumatisierenden Ultraschalluntersuchung abgelöst.

Gegen 13 Uhr durfte ich dann endlich meinen Kreißsaal beziehen. Bis dahin habe ich mich vor Schmerzen schon gewunden und bin während der Wehen sehr laut geworden. Ich bekam einen Zugang mit Penicillin (weil der Blasensprung unklar und er ja ein Frühchen war) und wieder für 45 Minuten ein CTG.

Gegen 14 Uhr durfte ich nach langem Bitten dann endlich in die Wanne. Dort konnte ich allerdings ebenso kaum mit den Schmerzen umgehen (ich bekam während der gesamten Zeit der Eröffnungsphase keine Unterstützung durch die Hebammen…), sodass ich gegen 14:45 Uhr das erste Mal den Wunsch nach einer PDA äußerte.

Bis wir den Papierkram erledigt hatten und ich aus der Wanne war, war es 15 Uhr. Ich bekam über Infusion eine Ringerlösung und nach langem Hinhalten endlich um 16 Uhr meine PDA durch einen vorlauten und unfreundlichen Anästhesisten.

Da lag ich nun und wartete. Nachdem sich mein Muttermund immer noch nur sehr langsam öffnete und ich erst bei drei Zentimetern war wurde mir um 17 Uhr ohne meine Zustimmung ein Wehentropf und anschließend nochmal Penicillin angehängt.

Die Zeit verging nur schleppend. Gegen 18 Uhr bekam ich dann noch über Infusion Buscopan, welches den Muttermund weich machen sollte.

30 Minuten später war dann mein Muttermund plötzlich bei 9 Zentimetern. Gegen 19 Uhr spürte ich einen leichten Druck (ich hatte ja noch die PDA) und durfte die ersten Pressversuche machen. Diese waren ziemlich erfolglos, weil ich nicht angeleitet wurde und nicht wusste wie genau ich das machen soll. Ich musste dann die Presswehen bis 19:40 Uhr veratmen, weil die Hebammen noch Übergabe machen wollten. Ich hätte sicherlich noch länger warten müssen, hätten wir nicht verzweifelt geklingelt, weil ich es nicht mehr aushielt.

Die Hebammen und der Kinderarzt kamen zur Geburt. Ich durfte nun noch für 5 Minuten unbeholfene Pressversuche machen, bevor der Kristeller-Handgriff (natürlich ebenfalls ohne mich zu fragen oder mir bescheid zu geben) angewendet wurde. Ich wurde währen dieser Maßnahme noch angeraunzt, ich solle doch trotzdem mithelfen, pressen und nicht den Arzt alles alleine machen lassen. Allerdings war ich mehr damit beschäftigt irgendwie noch atmen zu können!

Um 19:49 Uhr wurde mein Sohn dann mit einem riesengroßen Hämatom am Köpfchen mit zarten 44 cm und 2100 Gramm geboren. Er wurde untersucht und mir dann auf die Brust gelegt.

Die Plazenta kam 10 Minuten später und ich wurde genäht. Das Nähen habe ich deutlich, schmerzhaft gespürt. Man sagte mir allerdings es sei nur eine kleine Verletzung. Später habe ich erfahren, dass es ein innerer Scheidenriss war.

Gegen 20:20 wurde mein Sohn auf die Neugeborenen Intensivpflegestation (NIPS) verlegt und ich in ein Wehenzimmer geschoben. Die sehr belastende Geburt war nun vorüber und sollte jetzt in die ebenfalls schlimme Zeit auf der NIPS übergehen.


Aber das ist eine andere Geschichte…

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