• Doula Anita

Hausgeburt nach Kaiserschnitt - Geburtsberichte von Doula Lara

Aktualisiert: 25. Apr 2020


Eine liebe Doulaschwester, Lara, hat mir vor einigen Tagen ein Interview gegeben um ihre zwei Geburtsberichte mit uns zu teilen. Das Ganze wird kommenden Sonntag auf meinem Podcast ausgestrahlt. Eine kurze Zusammenfassung möchte ich aber vorab schon hier veröffentlichen.

Lara ist 25 Jahre alt, ebenfalls Doula in Ausbildung beim Verein Doulas in Deutschland e.V..

Sie hat zwei Söhne geboren. Den ersten Sohn durch einen Kaiserschnitt, den zweiten durch eine Hausgeburt.

Bei ihrem ersten Sohn 2017 hatte sie bereits eine Hausgeburt geplant. Die Schwangerschaft lief problemlos – die Vorsorgeuntersuchungen wurden durch eine Hebamme durchgeführt.

An ET+13, also knapp zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin, begann die Geburt nachts durch einen Blasensprung. Die Wehen setzten dann ca. zwei Stunden später ein. Sie kamen direkt regelmäßig im Abstand von 2-3 Minuten und waren noch gut auszuhalten. Lara konnte sie gut verarbeiten. Gegen 7 Uhr morgens kam die Hebamme. Der Muttermund lag zu diesem Zeitpunkt bei etwa 3-4 cm. Auf anraten der Hebamme ging Lara in die Wanne. Die Wehen wurden bald intensiver, waren aber nach wie vor sehr gut zu verarbeiten.

In der Wanne fühlte sie sich aber nicht sehr wohl. Nach kurzer Zeit wechselte sie ins Schlafzimmer und konnte sich in ihrem Bett ein wenig entspannen. Sie war total in sich gekehrt und entspannt, wie in einer Blase. Nach einer Weile tat sich allerdings nicht mehr viel. Die Geburt ging nicht mehr voran. Nach drei bis vier Stunden, einigen Positionen und viel Bewegung war klar, dass die Geburt ins Krankenhaus verlegt werden musste.

Im Krankenhaus angekommen wurde ein CTG geschrieben und er Muttermund abgetastet. Dieser war bei ca. 8-9 cm eröffnet. Relativ schnell wurde Lara eröffnet, dass sie per Kaiserschnitt entbinden sollte. Sie war mittlerweile relativ aufgewühlt und auch die Schmerzen hat sie als viel unangenehmer empfunden, seitdem sie nicht mehr Zuhause war. Hinzu kam, dass sie nach dieser ganzen Zeit auch am Ende ihrer Kräfte war. Der Kaiserschnitt war für sie eine Art Erlösung.

Ihr Partner durfte nicht mit in den OP – obwohl es kein Notkaiserschnitt war. Aufgrund eines fehlenden Nachweises im Mutterpass verbot man ihr zunächst das Stillen, bis klar war, dass alles soweit in Ordnung war. Das war die erste Geburt, welche anders verlaufen ist, als sie es sich gewünscht hatte.

Ihr zweiter Sohn sollte ebenfalls durch eine Hausgeburt geboren werden. Bereits in der Schwangerschaft hat sie positive Affirmationen gesammelt um besser auf die Geburt vorbereitet zu sein. Neun Tage nach dem errechneten Termin begann die Geburt wieder durch einen nächtlichen Blasensprung. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie den Geburtspool aufgebaut. Wärend der Wehen war Lara wieder viel in Bewegung. Allerdings konnte sie sich bei dieser Geburt nicht so sehr entspannen und nahm dadurch die Wehen als schmerzhafter wahr. Durch die Ängste, die sie durch ihre erste Geburt entwickelt hatten, war Lara viel verkrampfter und angespannter.

Als die Hebamme kam, lag der Muttermund wieder bei etwa 3-4 cm. Bald ging Lara in die Geburtswanne. Die Wehenabstände hatten sich etwas verlängert, dafür waren die Wehen selbst aber viel intensiver.

Eine Weile verging. Langsam fing Lara an ihre Geduld zu verlieren. Immer wieder sagte sie, dass sie in die Klinik möchte um einen Kaiserschnitt vornehmen zu lassen. (Das „Jammern“ ist allerdings relativ häufig bei Frauen zu beobachten, wenn sich die Geburt dem Ende nähert)

Nach einem kurzen Gang auf die Toilette setzten dann auch die Presswehen ein. Lara schob ein paar Mal mit und wechselte dann zurück in den Pool. Innerhalb von einer Presswehe war das ganze Köpfchen geboren. Mit der nächsten Wehe, war ihr Baby dann Zuhause geboren. Die ersten Sekunden verstrichen, doch ihr Sohn wollte nicht atmen. Er war sehr blass und leblos. Es folgten einige stimulationsversuche, die allesamt leider erfolglos waren. Lara soll aus dem Pool steigen und ihr Baby auf den Boden legen. Ihre Hebamme wurde langsam nervöser und wollte vermutlich die Reanimation starten. Doch wärend Lara aufsteht, gibt das Baby endlich seinen ersten Schrei ab und atmet. Lara war die ganze Zeit über sehr entspannt. Ihr Sohn ist wohlauf. Er hat lediglich mehr Zeit am Anfang benötigt.

Die ausführlichen Berichte kannst du dir gerne demnächst auf meinem Podcast anhören. Es lohnt sich definitiv!

Ich danke dir, liebe Lara, für dieses tolle Interview und dass du uns an deinen Geburtsberichten teilhaben lassen hast.

Ich hoffe der Beitrag hat dir gefallen.

Liebe Grüße, Anita!


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