• Doula Anita

Der Kaiserschnitt

Aktualisiert: 29. Aug 2020


Kurz und knapp möchte ich dir hier die wichtigsten Infos zusammenfassen. Ausführlicher wird es in meiner gleichnamigen Episode auf meinem Podcast.

Etwa jedes dritte Kind in Deutschland wird durch einen Kaiserschnitt geboren.

Es sind vier Varianten des Kaiserschnitts:

- Primäre Sectio (noch vor Geburtsbeginn)

- Sekundäre Sectio (die vaginale Geburt hat bereits begonnen, es muss aber doch auf einen Kaiserschnitt umgestiegen werden)

- Wunschkaiserschnitt

- Notsectio (Mutter oder Kind sind in akuter Gefahr, sodass sofort ein Kaiserschnitt nötig ist)

Für die Primäre Sectio können folgende medizinische Gründe ausschlaggebend sein:

- Das Baby befindet sich in Quer- oder Steißlage

- Eine Plazenta Praevia liegt vor (die Plazenta liegt genau über dem Muttermund)

- Das Köpfchen-Becken Verhältnis ist nicht stimmig oder das Becken ist deformiert

- Vorerkrankungen wie HIV, Herpes Genitalis, Epilepsie, Nierenerkrankungen, Gestosen, Herzfehler und mehr…

- Zwillinge und Mehrlingsschwangerschaften (vor allem wenn eines der Kinder ungünstig liegt)

- Entwicklungsstörungen des Babys

- Das Gewicht des Babys übersteigt 4500 Gramm

- Vorangegangene plastische Eingriffe im vaginalen Bereich

- Vorangegangener Kaiserschnitt

Gründe die für eine Sekundäre Sectio sprechen können:

- Auffälliges CTG

- Verlängerter Geburtsverlauf

- Geburtsstillstand

- Ungünstige Position des Kindes (z.B. Gesichtslage)

- Mütterliche Erschöpfung bei der Geburt

- Missverhältnis zwischen dem Köpfchen und dem Becken (wenn es im Vorfeld nicht erkannt wurde)

- Fieber der Mutter

- Plötzliche Blutdruckschwankungen

Für den Wunschkaiserschnitt gibt es keine medizinischen Gründe. Sie sind von Frau zu Frau individuell.

Der Notkaiserschnitt stellt wie der Name schon sagt einen Notfall dar. Gründe können sein:

- Vorzeitiges ablösen der Plazenta

- (Drohendes) Einreißen der Gebärmutter

- Nabelschnurvorfall

- Fetale Azidose (schlechte Versorgung des Babys unter der Geburt)

Bei jedem Kaiserschnitt hat man die Möglichkeiten die Narkose durch eine Periduralanästhesie (PDA) oder Spinalanästhesie zu bekommen. In seltenen Fällen oder in Notsituationen wird auf die Vollnarkose zurückgegriffen.

Der Kaiserschnitt läuft folgendermaßen ab:

- Routineuntersuchung (Ultraschall & CTG)

- Narkose setzen und das OP-Feld abdecken

- Reinigen des OP-Feldes (Rasieren & Desinfizieren)

- Setzen eines Blasenkatheters

- Hautschnitt im Schambereich

- Reißen oder Schneiden der einzelnen Gewebe- und Muskelschichten bis zur Gebärmutter

- Eröffnen der Gebärmutter

- Herausheben des Babys und durchtrennen der Nabelschnur -> wird zur Untersuchung an die Hebamme übergeben

- Entnehmen der Plazenta

- Schicht für Schicht Naht des Gewebes und der Haut

- Anschließend etwa zwei Stunden Überwachung im Kreißsaal

Bei einem Kaiserschnitt darf der werdende Papa oder eine andere vertraute Begleitperson, mit Ausnahme vom Notkaiserschnitt, in den meisten Fällen dabei sein.

Ob zusätzlich eine Doula dabei sein darf, erfragst du im Vorfeld in deinem Wunschkrankenhaus.

Die Entlassung aus dem Krankenhaus findet in den meisten Fällen nach drei bis sechs Tagen statt.

Komplikationen die bei der Mutter auftreten können:

Akute Komplikationen bei einem Kaiserschnitt können sein:

- großer Blutverlust (sowohl während als auch nach der Operation)

- Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose, Embolie)

- Infektionen

- Verletzung benachbarter Organe (z.B. Harnblase, Harnleiter, Darm)

- Wundheilungsstörungen & Verwachsungen (evtl. mit ästhetisch unbefriedigender Narbenbildung)

- Narkosezwischenfälle

Zu den langfristigen Komplikationen gehören:

- Lagerungsschäden (Reizung von Nerven mit Lähmungserscheinungen und Kribbelgefühl)

- Verwachsungen nach Kaiserschnitt

- Posttraumatische Belastungsstörung

- Bindungsstörungen

Komplikationen die beim Baby auftreten können:

- Anpassungsstörungen, vor allem Atemprobleme (weil häufig das Fruchtwasser verschluckt wird)

- Verletzungen bei der Operation, zum Beispiel Schnittwunden

- Bindungsstörungen aufgrund von Problemen beim Stillen

- Erhöhte Infektanfälligkeit, weil das Kind nicht mit der natürlichen Bakterienflora der Mutter in Kontakt kommt

Was gilt es nach einem Kaiserschnitt zu beachten?:

- Duschen darf man sobald der Kreislauf stabil ist, Baden erst nach dem Wochenfluss

- Die Wunde sollte sauber und trocken gehalten werden

- Pflege der Narbe z.B. mit Narbensalbe ist ratsam

- Nach etwa 8-10 Wochen mit der Rückbildung beginnen (mit Hilfe eines Rückbildungskurses)

- Sport nur langsam und mit gestärktem Beckenboden beginnen. Bei Schmerzen abbrechen und dem Körper mehr Zeit zur Erholung geben.

- Erst nach 6 Wochen wieder Sex, Schwimmbad und das Baden in der Wanne wieder ratsam

Nach einem Kaiserschnitt darf die Mutter selbstverständlich auch stillen. Am besten in der Seitenlage.

Ich hoffe der Beitrag war für dich informativ.

Liebe Grüße,

Doula Anita





26 Ansichten